Das Bild was Ihr unten seht, habe ich bei Pinterest eingestellt. Ich war einfach neugierig wie die Resonanz darauf ist. Und was soll ich sagen, es ist der meist geklickte Pin von mir. Das zeigt mir das viele Leute da draußen die selben Selbstzweifel über Ihre Preisgestaltung haben, wie ich auch. 

Wir sind selbstständig und können unseren Stundenlohn selbst bestimmen. Doch wie hoch setzte ich ihn an? Bin ich vielleicht zu teuer? Bekomme ich deshalb nur wenige Kunden? All diese Fragen haben wir uns alle schon gestellt. Also lasst uns einmal darüber reden „Was ist unsere Arbeit wert?“.

 

Bevor man anfängt, Kollegen zu fragen oder die Marktsituation zu analysieren ist es überaus sinnvoll zu überlegen, wie viel man eigentlich verdienen muss, um nicht nur kostendeckend, sondern auch gewinnbringend zu arbeiten, denn dazu machen wir das ganze ja schließlich.

Als Freiberufler ist es unser Ziel, möglichst gewinnbringend zu arbeiten, also möglichst deutlich mehr einzunehmen, als wir insgesamt ausgeben. Dafür müssen wir als Selbständige zuerst einmal wissen, welche Ausgaben wir monatlich überhaupt haben. 

Berechne Deine Ausgaben

Ganz klar, hier wieder meine Devise, nehmt Euch einen Zettel und einen Stift und überlegt was Ihr Privat und Geschäftlich monatlich für Ausgaben habt. Vergesst nicht die jährlichen oder halbjährlichen Ausgaben (Versicherungen etc.) mit zu notieren. 

Da wir ja nicht nur arbeiten um die Ausgaben zu decken sollte hier natürlich auch ein ansehnlicher Gewinn mit einberechnet werden. Außerdem wollen die Freunde vom Finanzamt auch einen Teil vom Geld haben (ich rechne mal mit 30% Einkommensteuer).

Seit hier lieber etwas großzügiger und plant immer einige zusätzliche Ausgaben mit ein. (Denn die kommen immer wenn man sie gerade nicht braucht). Am Ende sollte dann ein Summe X stehen. Als Beispiel nehmen wir hier mal die 6000,00 € Ausgaben im Monat.

Wie viele Stunden arbeite ich?

Ich weiß von mir selber, das man als selbstständiger (glaubt) viel mehr als ein Angestellter zu arbeiten. Natürlich ist das öfters auch mal so. Allerdings sollte das nicht die Realität werden. Im Gegenteil. Das Ziel sollte sein die oben genannte Summe in so wenig Zeit wie möglich zu erwirtschaften. Denn erst dann macht das arbeiten Spaß. Und wenn jemanden die Arbeit Spaß macht ist er motiviert, kreativ und glücklich. 

Ich fände es toll wenn ich wöchentlich so ca. 30 Stunden arbeiten müsste. Da würde für mich die viel gesagte Work-Life Balance stimmen. Klappt nicht immer, aber ist mein langfristiges Ziel. Wie schaut das bei Euch aus?

Für meine Berechnungen nehme ich einmal 120 Stunden monatlich her.

Stundensatz berechnen

Ich bin jetzt keine Mathe Genie, aber 6000 € geteilt durch 120 Stunden, ergeben einen Mindeststundenlohn von 50,00 €. Für alle die es mir nicht glauben, gibt es hier ein kleines Exel Tool zum herunterladen.

Das ist also der Stundensatz den Ihr verlangen müsst um Eure Ausgaben inkl. Gewinn nach Steuer zu erwirtschaften. In 120 Stunden monatlich wohl gemerkt. Verlangt Ihr weniger müßt Ihr mehr arbeiten, verlangt Ihr mehr … na dann seit Ihr schlau.

Habt Ihr Projektpreise müsst ihr die Stunden addieren die Ihr zum Abschluss des Projekts braucht. Braucht Ihr 20 Stunden für ein Projekt solltet Ihr also nach unserer Beispiel Rechnung mindestens 1000,00 € verlangen. 

Alles nur mit dem guten Einmaleins.

Kann ich diesen Stundensatz verlangen?

Natürlich müssen wir höhere Stundenlöhne verlangen.

Wenn du angestellt bist oder warst, kennst du es: Jeden Monat klingeln 1.500 oder sogar 2.000 Euro in der Kasse. Das macht dann einen Durchschnittslohn von rund 9 – 12 Euro pro Stunde. Aber wenn Du als selbstständiger noch so denkst wie ein Angestellter, geht das gewaltig schief.

Ab sofort musst Du durch die Arbeitgeberbrille schauen. Du musst Steuern und Abgaben zahlen. Du musst Dich versichern. Wenn Du einmal in mein Alter kommst (ich sage nur Ü50), zahlst Du allein für die Krankenversicherung mtl. ab 500 € aufwärts. 

Darüber hinaus solltest du ALLE Kosten beachten. Das betrifft auch die Anschaffung von Geräten, Büroausstattungen, Verbrauchsmaterial, Mieten für Gewerberäume, Löhne für Aushilfen, Ausgaben für dein Auto (mit dem du zu den Kunden fahren musst), … etc. pp. Realistisch solltest du hier 15 – 20% deines Einkommens für diese Ausgaben einplanen.

Denke unbedingt daran, dass du die Umsatzsteuer (derzeit 19%) in deine Stundenlöhne einbeziehen musst, denn diesen Satz wird das Finanzamt von dir verlangen! Also musst du noch einmal 20% auf deinen Stundensatz aufschlagen

Wenn wir das alles zusammenrechnen, kommst du – je nach eigener Risiko-Bereitschaft – auf Stundensätze von 50 – 80 Euro — und das nur, um am Ende und unter dem Strich 9 – 15 Euro netto in der Kasse klingeln zu hören. … 

Die Konkurrenz ist billiger!

Natürlich gibt es immer den einen Konkurrenten der etwas billiger ist. Natürlich behaupten unsere Kunden manchmal das sie einen kennen der es billiger anbietet. 

Na und… Wenn Ihr von Euren Angeboten überzeugt seit, ist das egal.

Sagt Euren Kunden „Sie wollen nicht das billigste Angebot, Sie wollen das beste Ergebnis und da sind Sie bei mir am besten aufgehoben.“

Oder was auch immer gut ankommt, wenn der Kunde sagt „Oh das ist aber teuer, können wir da am Preis noch etwas machen?“ dann sagt ihm „Selbstverständlich können wir mit dem Preis nach unten. Auf welchen Leistungsumfang wollen Sie denn verzichten?

Ihr seht auf was ich hinaus will. Steht zu Euren Preisen und verkauft Euch nicht zu billig. 

Fazit!

Bis jetzt haben wir nur über Geld geredet. Ich glaube aber das sich der Wert unserer Arbeit nicht nur am Geld festmachen lässt. Ich habe zum Beispiel riesigen Spaß an meiner Arbeit. Und wenn jemand seine Arbeit mit Spaß macht dann fühlt es sich nicht wie Arbeit an.

Ende

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